Erasmus+ Austausch der Q1 in Bueu (Spanien)

Am Samstag ging es schon sehr früh los. Noch gar nicht richtig wach, aber hochmotiviert fanden wir uns alle nach unterschiedlichen Wegen am Düsseldorfer Flughafen wieder. Dort wurden eifrig WM-Tippspiele verglichen und die Gastgeschenke (wenn nicht schon bei der Sicherheitskontrolle abgenommen) der jeweils anderen bewertet. Nach einem kurzen Halt in Madrid, der sich zu einer Weltreise zum nächsten Fast-Food-Restaurant durch alle Gates entwickelte, kamen alle halbwegs ausgeschlafen und pünktlich auf die Minute in Vigo an. Die halbe Stunde nach Bueu musste dabei für das Kennenlernen mit den Eltern und der Familie ausreichen, denn sofort nach dem Ankommen ging es auch schon los in Richtung der Playa. Für die Spanier nichts Besonderes, doch für uns alle bei 35 Grad das Paradies. Nach diesem entspannten Beginn war die Anspannung, den die eine oder der andere vor dem Treffen mit der Familie gehabt hatte, sofort verflogen. Selbstbewusst wurden die Spanisch-Kenntnisse ausgepackt und nach dem Kurzbesuch beim örtlichen Handball-Turnier ging es für die meisten schnurstracks ins Bett, denn der nächste Tag hielt mit dem Besuch der Insel Ons ein echtes Highlight parat.

Dieses sollte nicht enttäuschen: Das Naturschutzgebiet hatte mit dem Leuchtturm, dem Ausblick auf den offenen Ozean und dem warmen Strand viele Dinge zu bieten. Ein großes Lob geht auch hier an die Wanderleitung, die trotz Sprachbarriere und Übersetzen in vier verschiedenen Sprachen ihr Bestes gab. Die Bootstour zurück wurde dann bereits – nach weniger als 48 Stunden in Spanien – für einige zum Versteckspiel mit der Sonne, die Kölner Vereinsfarben waren als Farbverlauf schon jetzt auf einigen Rücken, Nacken und Gesichtern zu finden. Auch für Kartenspielen und Rappen wurde die Zeit genutzt. Nach dem Anlegen am Hafen von Bueu musste in der kurzen Zeit noch schnell ein Lokal zum Verfolgen des Deutschlandspiels her, was für uns alle perfekt funktionierte. Die spanischen Essensgewohnheiten wurden ausgetestet und nach dem Spiel noch unsere eigene Mini-WM auf den Beachhandballfeldern ausgetragen, wobei die Connection mit den Spaniern wie auch mit den Franzosen weiter aufgebaut wurde.

Am Montag, dem ersten richtigen Schultag, ging es dann sofort Schlag auf Schlag. Eine Schulführung zeigte uns erstmal den kompletten Alltag der Spanier, bevor es ins Rathaus ging und wir ein persönliches Gespräch mit dem Bürgermeister bekamen. Interessiert, wenn auch durch die Hitze angestrengt, erfuhren wir durch den Übersetzer Beniat einige Dinge über Bueu und die Verbindung zu Köln. Direkt darauffolgend fingen wir gemeinsam mit Franzosen und Spaniern die Rallye in der Stadt an. Als die meisten ihre Punkte abgearbeitet hatten, ging es weiter mit dem Strand. Hier gaben wir unser Debüt am Stadtstrand, der unser Zuhause für die darauffolgenden Tage werden sollte. Wassermelonen, Aioli-Dip und Erfrischungsgetränke wurden zur Hauptversorgung, jeder musste sich für Gänge zum Supermarkt reihum opfern. Ein wunderschöner Sonnenuntergang und die interessanten Gespräche mit Spaniern und Franzosen entschädigten dafür, auch wenn es durch die WM-Spiele auch zu lustigen Diskussionen führte.

Der Tag in Santiago de Compostela blieb ebenfalls in Erinnerung. Anfangs noch skeptisch, folgten alle dem schönen Jakobsweg und hatten auch mal Zeit zum Nachdenken. In der Stadt selbst war es so heiß, dass selbst die Fleißigen die Fortsetzung des Spiels vom Vortag nur teilweise schaffen konnten. Ansonsten war Shopping angesagt, die Kathedrale ließ uns alle staunen und verstehen, warum der Dom in Köln für die Spanier nicht so beeindruckend gewesen war wie gedacht.

Der Mittwoch stand dann ganz im Zeichen der Graduation, doch trotzdem hatten die Erasmus-Lehrer ein ausgestaltetes Programm parat, wo wir gerade praktisch sehr viel verschiedenes Ausprobieren durften. Von Radio über 3D-Drucker, es war sicherlich lehrreich für uns alle und möglicherweise auch ein Vorbild für uns in Deutschland, kreative und innovative Projekte in der Schule anzustoßen. Der Aufbau der Graduation war dann schnell abgehakt und nachdem sich jeder mehr oder weniger schick gemacht hatte, konnte der Auftritt auf dem roten Teppich folgen. Ein absolutes Highlight war dann das Essen im Restaurant etwas weiter weg, wo Strandkulisse und Ambiente perfekt zum geschafften Schulabschluss passten. Von da dann weiter in den eigens gemieteten Club wurde die Graduation zu einer feierlichen Partynacht.

Donnerstag war bereits der Abschluss des gemeinsamen Austauschs mit den Franzosen. Das Kunstprojekt mit dem gesammelten Strandmüll, den wir am Vortag zusammengesucht hatten, war am Ende produktiver als gedacht. Spannende Interpretationen und gute Zusammenarbeit führten zu schönen Ergebnissen, bevor es weiter zum Strand ging. Einen ordentlichen Abschluss bildete das Essen auf einer Restaurantterrasse, hier erhielten wir unsere Urkunden und hatten noch einmal Zeit, alles gemeinsam Revue passieren zu lassen. Der Abschied von den Franzosen am nächsten Morgen war bei einigen überaus emotional, was im Hinblick auf den Erfolg der Woche für sich spricht.

Am Freitag blieb es weiterhin, nachdem uns noch Graffitisprayen mit den spanischen Nachwuchskünstlern ermöglicht wurde, nur bei Strand und Spaziergängen, was auch für uns eine erfolgreiche Woche beendete. Die Verabschiedung von den Familien war der letzte Beweis, was wir für eine Verbindung entwickelt hatten. Eine echte Win-Win-Situation allerdings auch für uns als deutsche Gruppe, die in den Tagen auch mal außerhalb der Schule ideal funktioniert hat. Auf unserem Stopp Madrid merkten glaube ich alle, wie schnell die Woche vergangen war. Die erste Hälfte des Deutschland-Spiels verfolgten wir noch im Flugzeug, bevor ab der Ankunft dann wieder der Sommer in Köln – ohne Sand, Meer und Wasser für 12 Cent – angesagt war.

Alles in allem eine großartige Erfahrung, die wir nicht vergessen werden.

Magnus, Q1

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