Geschichte

Exkursion zum EL-DE-Haus

Zellen im Keller des EL-DE-Hauses

Zellen im Keller des EL-DE-Hauses

Die Klassen der Jahrgangstufe 9 nahmen Ende Februar/Anfang März an einer Exkursion zum sogenannten EL-DE-Haus, dem NS-Dokumentationszentrum in Köln, und an einem anschließenden Workshop zum Thema Antiziganismus teil.

Von den Jahren 1935 bis 1945 wurde das EL-DE-Haus als Zentrale der Geheimen Staatspolizei genutzt. Im Keller des Hauses befand sich ein Gefängnis, in dem viele Regimegegner brutal verhört und gefangen gehalten wurden.
Heute befindet sich im EL-DE-Haus eine Dauerausstellung, die vor allem die regionale Geschichte des Nationalsozialismus aufzeigt. Außerdem kann die Gedenkstätte in dem ehemaligen Zellentrakt besichtigt werden. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 nahmen an einer Führung durch die Ausstellung und die Gedenkstätte teil. Anschließend fand im EL-DE-Haus beziehungsweise in den Räumlichkeiten des Montessori-Gymnasiums ein Workshop zum aktuellen Thema Antiziganismus („Zigeunerhass“) statt. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten sich sowohl die Geschichte der Verfolgung der Sinti und Roma als auch den Umgang mit heutigen Vorurteilen gegen diese Minderheit anhand von aktuellen Liedtexten.

Besonderer Dank geht an das Personal des EL-DE-Hauses, speziell an Herrn Patrick Fels, dafür, dass sie die Schülerinnen und Schüler in den interessanten Stunden begleitet haben.
Elisabeth Klein

Das Monte wird Segu-Partnerschule

Das Segu-Projekt ist eine Lernplattform für das Fach Geschichte.
Ziel des nichtkommerziellen Projektes ist es, ein tragendes Konzept zum selbstgesteuerten Lernen für einen individuellen, selbstgesteuerten und auf individuelle Förderung ausgerichteten Geschichtsunterricht zu schaffen. Die Lernplattform unterstützt also offenen Unterricht im Fach Geschichte.
Ausführliche Informationen findet man unter
http://segu-geschichte.de/partnerschulen.htm.

„9. November – Schicksalstag der Deutschen“

Im Rahmen des Projekttages zum 9. November fand für die SchülerInnen der EF am 10. November von der 1. bis zur 7. Stunde ein für alle EF-SchülerInnen verbindlicher Projekttag zum „Schicksalstag der Deutschen“ statt. An diesem schicksalsträchtigen Tag haben sowohl verhängnisvolle als auch glückliche Ereignisse der deutschen Geschichte stattgefunden, sodass er ganz besonders geeignet ist, unsere Geschichte des 20. Jahrhunderts zu verstehen.

Die SchülerInnen konnten je nach Interesse zwischen den folgenden Workshops auswählen:

Workshop 1:

9. November 1918 – Das Ende des Ersten Weltkrieges und die doppelte Ausrufung der Republik
In dieser Projektgruppe versetzt ihr euch in die turbulente Zeit zum Ende des Ersten Weltkrieges. Der Krieg war verloren, das Kaiserreich am Ende, Deutschland schien von einer Revolution erschüttert… Wie sollte es weiter gehen? Im Projekt übernehmt ihr die Rollen verschiedener historischer Persönlichkeiten und erlebt den 9. November 1918 sozusagen in Echtzeit – und diskutiert die Lage Deutschlands in einem Chat, der so damals nicht möglich gewesen wäre.

Workshop 2:

9. November 1938 – Die Nacht, in der die Synagogen brannten
Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wird als Reichspogromnacht oder auch Reichskristallnacht bezeichnet. In dieser Nacht widerfuhr vielen Menschen in Deutschland großes Leid. Die Nationalsozialisten zerstörten tausende Geschäfte und Wohnungen von Juden und brannten zahlreiche ihrer Synagogen nieder. Für die Menschen mit jüdischem Glauben war es eine schreckliche Nacht; viele wurden bei den Angriffen verletzt oder starben sogar. Im Rahmen des Workshops werden wir uns mit den Ereignissen und den Opfern des 9. November 1938 auseinandersetzen. In diesem Rahmen werden insbesondere für einige Opfer der Reichspogromnacht Gedenktafeln erstellt, die in würdiger Weise an das Schicksal betroffener Personen erinnern sollen.

Workshop 3:

9. November 1989 – Der Tag, an dem Mauer fiel
Unglaubliches geschah vor 25 Jahren in Berlin: Am 9. November 1989 tanzten Ost- und Westdeutsche auf der Berliner Mauer, DAS Symbol der Teilung Deutschlands war offen! In unserem Workshop erfährst und erlebst (!) du, wie es zu den „Montagsdemonstrationen“ und zur „friedlichen Revolution“ in der DDR kam. Wir werden gemeinsam freie Szenen für ein improvisiertes Theaterstück, das am Nachmittag aufgeführt werden soll, erarbeiten und suchen neugierige, spielfreudige (und ein wenig mutige J) Schülerinnen und Schüler: also DICH! Auch wer Lust hat, Bühne oder Technik mit zu gestalten, ist herzlich willkommen!

Workshop 4:

9. November 2007 – das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wird verabschiedet
Wer hat mit wem telefoniert, gechattet, gemailt? Wann? Wie lange? Mit welchem Telefon? Und von wo? Im digitalen Zeitalter von Facebook, WhatsApp und Instagram werden persönliche Daten und Nachrichten tagtäglich hochgeladen und versendet – und die interessieren nicht nur den Empfänger, sondern möglicherweise auch die Behörden zwecks Vorbeugung von Terroranschlägen und anderen Straftaten. Wie viel Privatsphäre sind wir bereit aufzugeben, um in Sicherheit leben zu können? Dieser Frage soll in unserem Workshop nachgegangen werden. Zudem wird anhand aktueller Überwachungsskandale über die Frage nach Vor- und Nachteilen der Speicherung unserer Daten diskutiert.

Der Tag war sehr erfolgreich und hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht.

Das Fach Geschichte am Montessori Gymnasium

Alii discipuli fontes legunt – tu autem, Monte discipule felix, lege et experire!

(„Andere Schüler mögen in den Quellen lesen, du aber, glücklicher Monte-Schüler, lies, erlebe und lerne aus eigener Erfahrung!“)

Mit diesem leicht abgewandelten geschichtsträchtigen Satz wurde bisher der Geschichtsunterricht am Montessori-Gymnasium charakterisiert: Es ging vornehmlich darum, Geschichte lebendig zu vermitteln, damit unsere Schülerinnen und Schüler einen direkten Bezug zu ihrer Alltagswirklichkeit herstellen konnten.
Im Zuge der Schulzeitverkürzung sind wir gehalten, die Lehrpläne sinnvoll anzupassen. Dies führt zu einer didaktischen Reduktion in der Sek. I, während sich die Oberstufe an den Vorgaben für das Zentralabitur orientiert.
Dabei wird der Ruf des Erasmus von Rotterdam in Bezug auf die Quellenarbeit weiterhin ernst genommen. Die Schülerinnen und Schüler sollen durch das Quellenstudium in die Lage versetzt werden, sich sachlich und kritisch mit ihrer Alltagswelt auseinander zu setzen. Dafür bietet das Montessori-Gymnasium wesentliche Voraussetzungen:

1. Die spezifischen architektonischen Vorgaben einer Montessori-Schule:
Stille Winkel und Gruppenarbeitsräume als „Inseln“ zum selbsttätigen Lernen in der Wahlarbeit der Unter- und Mittelstufe einerseits (im Anhang befindet sich ein Muster des Wahlarbeitsunterrichts in der Unterstufe zum Thema „Ägypten“) und als Möglichkeit zur Binnendifferenzierung (Förderung der leistungsbezogenen Teamfähigkeit) andererseits.
Darüber hinaus verfügt unser Gymnasium über eine eigene Bibliothek mit einer versierten Bibliothekarin, die umfangreiche Literatur zu den unterschiedlichen Themen (nicht nur) der Geschichte bereitstellt, so dass auch die praktische Arbeit in der Bibliothek im Blick auf das angestrebte Ziel der Studierfähigkeit von vornherein eingeübt werden kann.
Unsere gut ausgestattete Videothek wird dem Anspruch einer stärker visuell orientierten Jugend gerecht und trägt mit dazu bei, dass Geschichte im lebendigen Vollzug erfahren wird.
2. Seit dem Schuljahr 2000/2001 unterhält das Montessori-Gymnasium eine auf das Fach Geschichte bezogene, projektorientierte Schulpartnerschaft mit dem Liceum Ogólnoksztátoace in der ostpolnischen Stadt Lublin.
Wir sind der Auffassung, dass kaum einem anderen Volk des Ostens gegenüber eine vorurteilsfreie Begegnung nötig ist wie gerade dem polnischen. Hier gilt es in besonderem Maße, leidvolle geschichtliche Erfahrungen in eine dauerhafte, von Toleranz und gegenseitiger Anerkennung geprägte Freundschaft umzuwandeln.
Diese Schulpartnerschaft ist in besonderem Maße projektorientiert ausgerichtet.